Uuuh, schauder, ist das schlecht übersetzt! Zum Teil sogar sinnentstellend. Habe den Originaltext ausfindig gemacht. Für alle, die Französisch können:
http://www.voir.ca/musique/musique.aspx?iIDArticle=28249Für alle anderen habe ich es neu übersetzt. Hab allerdings mit der Überschrift Probleme. Eigentlich heißt "Coup de barre" so viel wie "Schlag mit der Brechstange" (oder dem Prügel o.Ä.), es kann aber wohl auch umgangssprachlich was anderes bedeuten. Ich bin mir bewusst, dass der Titel nicht zum Stil des Interviews passt, aber "Der Hammer" reflektiert sowohl dieses "barre" als auch den umgangssprachlichen Ausdruck. Für Verbesserungsvorschläge bin ich immer zu haben.
Copyright des Originaltextes: voir.ca
23 Oktober 2003
„Das ist der Hammer“
Étienne Roy
E: „Am glücklichsten macht mich, und das ganz ohne Zweifel, die Musik.“
MARK OLIVER EVERETT, alias E, Sänger der Eels, hat die Angewohnheit, dunkle und bittere Texte jeweils mit kleinen Momenten der Hoffnung zu versehen. Gott sei Dank, denn wenn man seine Alben anhört, fühlt man sich wie ein Voyeur, fast schon wie ein Psychiater, so viel erzählt er einem über sein nicht immer rosiges Leben. Jedes neue Album der Eels findet sich auf den Listen mit den Lieblingsalben der Montrealer Musikpresse wieder.
Warum kommen Sie so selten nach Montreal?Ich weiß auch nicht, warum wir nicht öfter nach Montreal kommen. In der Vergangenheit hatten wir hier immer Spaß. Ich hab’s immer mal wieder vorgeschlagen, und letztendlich hat es dann ja geklappt. Leider schreibt man uns vor, wo wir spielen sollen. In Europa zum Beispiel wird die Band sehr gemocht, also fahren wir oft dorthin.
Die Tour hat Mitte Juni angefangen und hört Mitte November auf. Sie sind in fünf Monaten einmal um die Welt gereist! 80 Städte, 17 Länder, sind Sie nicht ein wenig müde?Jetzt, wo ich darüber nachdenke, verstehe ich, warum ich so erschlagen bin. Es ist wirklich nicht normal, sich so zu fühlen. Ich bin in schlechter Verfassung. Wissen Sie, ich habe gesundheitliche Probleme, und es wird immer schlimmer. Auf dieser Tour habe ich es besonders gespürt, das Ganze ist wirklich nicht einfach. Ich war dieses Jahr mindestens 40 Mal erkältet. Das Resultat: Ich habe meine Stimme immer mehr verloren, und jetzt muss ich operiert werden. Sie sehen, wie viel ich dem Rock opfere!
Apropos: Sie haben erklärt, dass es Ihnen immer mehr Spaß macht, auf Tour zu gehen und zu rocken, dass es das sei, was Sie am liebsten machen. Obwohl Ihre Texte so traurig sind?Es gibt gute und es gibt schlechte Tage, das ist sicher. Aber es fällt schwer, sich zu beschweren, wenn man die Musik spielt, die man liebt. Als wir mit dem Eels Orchestra 2000 auf Tour waren, das hat mir ganz besonders gefallen. Bei den Texten muss man differenzieren, sie sind nicht immer traurig, sie vermitteln immer auch Hoffnung. Für mich ist es sehr therapeutisch, mich an die Ereignisse zu erinnern. Alles wurde so empfunden oder so gelebt, aber manchmal steckt auch eine Figur hinter den Worten. Man muss nicht glauben, dass alle Texte autobiographisch sind. Aber es sind auch keine Scherze, ich bin trotz allem immer ehrlich.
((Beitrag zu lang, sagt das Programm. Der zweite Teil folgt im nächsten Posting.))