hoppla, fandest du es wirklich so schlimm?
auch ich war gestern im hobbit in HFR 3D, zunächst also auch von mir ein wenig zum rein optischen eindruck.

wenn man sich die reviews der filmbesucher vorab durchgelesen hat konnte man nur den eindruck gewinnen, dass die hfr technik das publikum in komplette ablehnung oder begeisterung spaltet. insofern war ich natürlich sehr gespannt.
was soll ich sagen? offenbar gehöre ich weder zur einen noch zur anderen fraktion. ja, es ist ein unterschied ersichtlich, nein, ich finde diesen allerdings weder bahnbrechend beeindruckend noch störend oder gar abstoßend. vom "aha"-effekt ungefähr so wie das erste erlebnis von HDTV an einem fernseher. ich hab nach kurzer eingewöhnungszeit schon gar nicht mehr darauf geachtet. mehr beschäftigt hat mich dagegen wieder mal die 3D technik, so ganz warm werde ich damit einfach nicht - als nichtbrillenträger habe ich immer das subtile gefühl, die brille trennt mich mehr vom film als dass mich der 3d effekt umgekehrt verstärkt hineinversetzt. gestern fand ich es zumindest ok und es hat mich nicht vom film abgelenkt, aber bei mir löst es kein "wow" aus und ist absolut verzichtbar - die panoramafahrten mit der kamera durch neuseeland, äh, mittelerde, würden auch in 2D hervorragend wirken. es gibt mir keinen mehrwert, nur dem filmverleiher bzw. kinobetreiber in form deutlich höherer ticketpreise (gestern 14,20 €). insgesamt brauche ich weder HFR noch v.a. 3D kino.
**ab hier spoiler**
zum film selbst bleibt kurz und knapp zu sagen, dass ich ihn als solide unterhaltung empfunden habe - PJ hat das buch gut umgesetzt und die abänderungen waren ok (die letzte lektüre des buches liegt aber auch schon ein weilchen bei mir zurück). die kritisierten längen gerade am anfang des filmes, das gemächliche tempo zu beginn fand ich sehr angenehm - ein wenig zu hektisch dagegen den part im ork-königreich unter dem nebelgebirge. die schnellen schnitte, das metzeln dutzender, hunderter orks im sprint über einstürzende brücken und gähnende schluchten sieht für mich etwas zu sehr nach einem jump 'n run computerspiel aus. insgesamt sind die parallelen von "eine unerwartete reise' zum ersten HdR teil 'die gefährten' offensichtlich. wenn die 13 zwerge mit hobbit und zauberer unter pathetischen klängen über steile berggrate ziehen, im hintergrund dramatische berglandschaften, wenn in bruchtal mal wieder der schlaue rat tagt und die elbengemeinschaft ringsum immer ein wenig wirkt wie g'spinnert-esoterische späthippies....

...wenn die adler mal wieder die gemeinschaft retten wenn die kacke so richtig am dampfen ist (und man sich fragt: herrgott, wieso werden die viecher nicht öfter eingesetzt vom meister gandalf, der überhaupt mal wieder verflucht wenig zaubert für einen zauberer

)...dann hat man das alles in irgendeiner form bei HdR eben schon mal gesehen. trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten und die vielleicht wichtigste szene der hobbit-filmtrilogie im HdR gesamtkontext - nämlich das finden des EINEN ringes bzw. das aufeinandertreffen mit gollum - hat PJ meisterhaft umgesetzt.
frage mich allerdings ernsthaft, was PJ noch in den nächsten beiden filmen alles unterbringen will, wo der berg erebor am ende des ersten teils bereits in sichtweite ist. mir ist schon bewusst, was im buch noch alles passiert, aber einen zweiteiler hätte ich wohl stimmiger gefunden. lasse mich aber gern eines besseren belehren.
insgesamt würde ich 7,5/10 vergeben, einen bonuspunkt miteingerechnet, weil es eben mittelerde ist mit orksen und hobbitsen und was nun mal so dazugehört